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Artikel

Die literarische Übersetzung. Theorie einer Kunstgattung.

1. Methoden des literarischen Übersetzens: Illusionismus - Antiillusionismus
"Die illusionistischen Methoden verlangen, das Werk solle 'aussehen wie die Vorlage, wie die Wirklichkeit'. [Bsp. illusionistisches Theater] Der illusionistische Übersetzer verbirgt sich hinter dem Original, das er gleichsam ohne Mittler dem Leser das Ziel vorlegt, bei ihm eine übersetzerische Illusion zu wecken, die Illusion nämlich, dass er die Vorlage lese. In allen Fällen handelt es sich um eine Illusion, die sich auf das Einvernehmen mit dem Leser oder Zuschauer stützt: [...] So weiss auch der Leser einer Übersetzung, dass er nicht das Original liest, aber er verlangt, dass die Übersetzung die Qualität des Originals beibehalte." (Levy, S. 31f.)
"Die antiillusionistischen Methoden spielen dreist mit der Tatsache, dass sie dem Publikum nur eine Nachbildung der Wirklichkeit anbieten. [...] Auch der Übersetzer kann von der übersetzerischen Illusion abschweifen, indem er seinen Beobachtungsstandpunkt enthüllt, nicht ein Originalwerk vortäuscht, sondern es kommentiert, bzw. indem er den Leser mit persönlichen und aktuellen Anspielungen 'anspricht'. Die antiillusionistische Übersetzung ist selten (hierher gehören eigentlich die Parodie und die Travestie), denn die Übersetzung hat in erster Linie ein repräsentatives Ziel, sie soll die Vorlage 'erfassen'. Eine abstrakte, athematische Übersetzung wäre eigentlich eine Antiübersetzung."(Levy, S. 32.)
"Unser Buch versucht, eine 'illusionistische' Theorie der Übersetzung aufzubauen. [...] Es wird uns keineswegs um eine Erhaltung des 'Werks an sich' gehen, sondern um die Wahrung eines Wertes für den Aufnehmenden (also den distinktiven bzw. soziologischen Funktionen seiner Elemente). Wir werden nicht darauf bestehen, dass das Erlebnis des Lesers des Originals mit dem des Lesers der Übersetzung identisch sein muss, sondern auf einer Identität aus der Sicht der Funktion in der Gesamtstruktur der kulturhistorischen Zusammenhänge beider Leser. Es geht um eine Unterordnung der Einzelheiten unter das Ganze, sei es in Bezug auf die Funktion im System, sei es in Bezug auf eine typisierte Gültigkeit." (Levy, S.32.)

2. Die Rolle(n) des Autor, des Übersetzers und des Lesers in einem zweigliedrigen Kommunikationssystem; Sprachkonzeption
Informationstheorie: Sprachcode; Code der Mitteilung (verschlüsselt)
"Die Informationstheorie ermöglicht uns zu bestimmen, welches Element bei der Übersetzung unverändert belieben muss (die Mitteilung) und welches zu ersetzen ist (der Sprachcode). Unsere Kenntnisse des zweiten Aspekts [Verweis auf Aristotheles - Mimesis] wurden bisher weitgehen präzisiert durch die marxistische Kunstphilosophie mit der Auffassung vom Kunstwerk als einem Abbild der Wirklichkeit, zu dessen Analyse sie vor allem die Dialektik des Objekts und des Subjekts angewendet hat. [...] Das Originalkunstwerk entsteht als Abbild und subjektive Umgestaltung der objektiven Wirklichkeit. Das Ergebnis des Schöpfungsvorgangs ist ein bestimmter ideell-ästhetischer, durch das Material der Sprache realisierter Inhalt, [...]: die Form hat in der Regel eine gewisse semantische Gültigkeit, und umgekehrt ist der Inhalt immer auf eine bestimmte Weise gestaltet oder angeordnet. Das Subjekt des Autors ist nicht nur ein individueller Faktor, sondern es ist in starkem Masse auch historisch bedingt. [...]Nicht die objektive Wirklichkeit geht in das Kunstwerk ein, sondern die Interpretation der Wirklichkeit durch den Autor." (Levy, 33-35.)
Widerspiegelungstheorie (Givi Gaceciladze): "[...] nach seiner Auffassung ist die Übersetzung die Widerspiegelung des Originals, ähnlich wie das Original die Widerspiegelung der Wirklichkeit ist."(Levy, S. 28.)
"Der Übersetzer ist in erster Linie Leser. Der Text eines Werks wird im Kulturmilieu des Lesers realisiert [...]." (Levy, S.37.)
"Die Konkretisation durch den Leser ist im gleichen Sinn historisch bedingt wie die Konzeption des Autors. Der Leser begrifft das Kunstwerk aus seiner Zeit heraus. Besondere Intensität gewinnen für ihn die Werte, die ihm ideell und ästhetisch nahestehen. Und deshalb, weil die Konzeption des Übersetzers historisch bedingt ist, besteht ein Zusammenhang zwischen der Übersetzung und der gesamten kulturellen Situation seines Landes."(Levy, S. 38.)
"Der Prozess des Übersetzens ist noch nicht abgeschlossen, wenn der Text der Übersetzung geschaffen ist, und der Text sollte auch nicht das Endziel der Übersetzerarbeit sein. [...] Wie für den Übersetzer nicht der Text des Originals der Ausgangspunkt sein soll, sondern die Mitteilung, die in ihm enthalten ist, so sollte sein Ziel nicht der Text sein, sondern der Inhalt, den dieser Text den Lesern mitteilt. Dies bedeutet, dass der Übersetzer mit dem Leser, für den er übersetzt, rechnen muss." (Levy, S. 40f.)
[Grundsatz für das Übersetzen:] "[M]an muss die Formen bewahren, die eine bestimmte semantische Funktion haben. Andererseits sollte man nicht auf die Bewahrung sprachlicher Formen bestehen." (Levy, S. 37.)
"Die enge Beziehung zwischen dem sprl. Ausdruck [=Text] und dem Gedanken [=Inhalt; ...] darf nicht zu deren Gleichsetzung verleiten, denn dadurch würden uns gerade die Beziehungen zwischen [ihnen] verloren gehen. Man muss zwischen der sprachlichen Form und deren ideellen und ästhetischen Wert unterscheiden. Der Text ist lediglich der Träger des ideell-ästhetischen Inhalts, den der Übersetzer übertragen soll. Der Text selber nämlich ist durch die Sprache bedingt, [...] und daher müssen viele Werte in der Sprache des Übersetzers mit anderen Mitteln ausgedrückt werden." (Levy, S. 36.)
"[D]ie Sprache ist nicht nur das Material, in dem die schöpferische Konzeption verwirklicht wird - erst die des Autors, dann die des Übersetzers -, sondern sie ist auch in einem bestimmten, freilich beschränkten Masse an beiden schöpferischen Akten beteiligt. Das Material der Sprache bleibt nicht ohne Einfluss auf die Mitteilung, deren Träger es ist. Es wirkt passiv auf deren endgültige Gestaltung ein, indem es Widerstand leistet und zu Ausdrucksformen leitet, die diesem Material entsprechen, und aktiv, indem es durch lautliche und andere Assoziationen neue Bedeutungen in das Werk einführt [...]." (Levy, S. 38f.)

3. Forderungen an den Übersetzer
Die Phasen der Übersetzerarbeit: a) Erfassen der Vorlage; b) Interpretation; c) Umsetzung
zu a) "Vom Künstler, der das Priginalwerk geschaffen hat, verlangen wir, dass er die Wirklichkeit, die er darstellt, erfasst hat - vom Übersetzer, dass er das Werk erfasst, das er verdolmetscht. Ein guter Übersetzer muss vor allem ein guter Leser sein." (Levy, S. 42.)
Eindringen in das Werk in 3 Stufen:
- wörtliche/ philologische Erfassen (Irrtümer möglich durch Verwechslung gleich- oder ähnlich klein gender Wörter; durch unrichtiges Erfassen des Kontexts, d.h. syntaktische Fehler, sachliche Fehler: Lebensmilieu d. Werks, Nichtbegreifen des Anschauungssystems d. Autors)
- Erfassen der stilistischen Werte des sprl. Ausdrucks
- Verständnis des künstlerischen Ganzen, d.h. der im Werk ausgedrückten Realitäten: "Bei der Forder und der Übersetzer solle sich mit den Gegebenheiten des Milieus [Stilwerte der Handlung, der Charaktere, der Konflikte etc], aus dem er übersetzt bekannt machen, geht es eigentlich darum, dass er die im Werk enthaltenen Realitäten unmittelbar erkennt und daher deren Widerspiegelung im Werk rekonstruieren kann. [...] Es ist eine der ersten Voraussetzungen der Ästhetik des Übersetzens, dass der Übersetzer die Methodik der Rekonstruktion der Wirklichkeit durcharbeitet." (Levy, S. 44f.)
"Erst wenn der Übersetzer die Wirklichkeit in jener Form erfasst, in der sie im Werk ausgeführt ist, kann er eine künstlerisch wahre Übersetzung schaffen. Konkrete pädagogische Mittel, die zu diesem Erfassen der Wirklichkeit hinführen können, müssen erst erarbeitet werden. Eines von ihnen wird sicher die Übung in der dramaturgischen Interpretation von Schauspielen bilden, das intensive Durchdenken literarischer Werke."(Levy, S. 46.)
zu b)
"Das wiklichkeitsbezogene Erfassen ist auch deshalb eine Voraussetzung für die künstlerische Beherrschung der Übersetzung, weil wegen der Inkongruenz des Sprachmaterials eine vollkommene Bedeutungsübereinstimmung im Ausdruck der Übersetzung und der Vorlage nicht möglich ist und daher eine nur sprachlich richtige Übersetzung nicht ausreicht. Es ist vielmehr eine Interpretation erforderlich. [...] Hierzu muss er jedoch die Wirklichkeit kennen, die sich hinter dem Text verbirgt."(Levy, S. 47.)
3 Momente in der richtigen Interpretation der Vorlage:
- das Suchen nach dem objektiven Sinn des Werks, d.h. die Interpretation muss "von den Wesenszügen des Werks ihren Ausgang nehmen und [es] müssen die objektiven Werte des Werks ihr Ziel sein. [...] Das Ziel des Übersetzers sollte es sein, subjektive Eingriffe so weit wie möglich zu unterdrücken, damit er so der objektiven Gültigkeit des übersetzten Werks möglichst nahekommen kann."(Levy, S. 48.)
- der Interpretationsstandpunkt des Übersetzers, d.i. die Erwartungshaltung an den zu übersetzenden Text, der die Interpretation bestimmt: "[E]in guter Übersetzer [bestimmt] seinen Interpretationsstandpunkt meist bewusst, und er weiss, was er mit seiner Übersetzung dem Leser sagen will. Besonders ausgeprägt ist dieser Standpunkt bei den marxistischen Übersetzern: es geht darum, dem heimischen Leser so verständlich und Dynamisch wie möglich besonders Elemente des Werks zu verdolmetschen, die direkt oder indirekt eine Sozialkritik aussprechen, die für eine materialistische Weltsicht und für eine realistische Denkweise zeugen." (Levy, S.51f.)
- die Interpretation der objektiven Werte des Werks von diesem Standpunkt aus - die Konzeption des Übersetzers und die Möglichkeit einer Umwertung: "Aus der Ansicht über das Werk und aus der Blickrichtung auf einen bestimmten Leserkreis entsteht die Auffassung des Übersetzers von der Vorlage, die Übersetzerkonzeption, d.i. die ideelle Grundlage seiner Arbeitsmethode. [...; Frage nach dem Spielraum:] Wenn sein Ziel nicht eine literarische Spielerei ist, sondern das realistische Erfassen des Werks, dann muss die theoretische und künstlerische Deutung von den ideellen und ästhetischen Werten ausgehen, die im Werk, sei es sichtbar, sei es latent, enthalten ist. Er kann dem Werk nicht seine subjektiven Einfälle aufzwingen, doch kann er eine neue Sicht des Werks in die Wege leiten, indem er einen von dessen Aspekten enthüllt oder auf begründete Weise betont." (Levy, S. 52.)
zu c)
"Vom Originalautor verlangen wir eine künstlerisch gültige Darstellung der Wirklichkeit - vom Übersetzer verlangen wir eine künstlerisch gültige Umformulierung der Vorlage. Sein Talent kann der Übersetzer v.a. bei der sprachlichen Fassung zur Geltung bringen; deshalb braucht er in erster Linie Stilgefühl."(Levy, S. 55.) - das Verhältnis der beiden Sprachsysteme zueinander: erfordert eine auf das Ganze bezogene grössere Freiheit, d.h. es soll nicht mechanisch übersetzt werden
- die Spuren der Oeriginalsprache in der Übersetzung
- das Spannungsverhältnis im Stil der Übersetzung, das durch die Übertragung von (sprachlich bedingt) fremden Gedanken entsteht: Probleme, die sich daraus ergeben: gekünstelter Eindruck aufgrund von verwendeten sprachlichen Stereotypen und stilistischen Klischees; schnelles Veralten von Übersetzungen

4. Die Übersetzung als Kunstgattung: die Beziehung zum Originalwerk - 'künstlerische Reproduktion'
"Das Ziel der Übersetzerarbeit ist es, das Originalwerk (dessen Mitteilung) zu erhalten, zu erfassen und zu vermitteln, keinesfalls aber, ein neues Werk zu schaffen, das keine Vorgänger hat; das Ziel des Übersetzens ist reproduktiv. Das Arbeitsverfahren dieser Kunst besteht darin, dass ein Sprachmaterial (Code) durch ein anderes ersetzt wird und folglich alle aus der Sprache hervorgehenden Kunstmittel selbstständig gestaltet werden. In dem Sprachbereich, in dem sich dieser Vorgang abspielt, ist er also original schöpferisch. Die Übersetzung als Werk ist eine künstlerische Reproduktion, das Übersetzen als Vorgang ein originales Schaffen, die Übersetzung als Kunstgattung ein Grenzfall an der Scheide zwischen reproduzierender und original schöpferischer Kunst. [Vergleich mit der Schauspielkunst]" (Levy, S. 65f.) = normative Definition
"Der normativen Definition würde die ideale Übersetzung entsprechen. Je schwächer die Übersetzung ist, desto weiter ist sie von dieser Definition entfernt. Als wertmindernd werden Züge empfunden, die dieser Definition widersprechen: im Prozess des Übersetzens die unschöpferischen Züge, die passiv reproduzierenden, im Endergebnis des Werks sodann Züge, die dem Ziel der Reproduktion widersprechen, d.i. die Forderung nach Wahrheitstreue." (Levy, S. 67.)
- 2 Normen der künstlerischen Übersetzung - Wertkategorie (historisch gebunden): 'übersetzerische Treue und Freiheit'; 'treue' = wortgetreue Methode, d.i. die genaue Reproduktion - es geht um den Erkenntniswert des Werks, das Erfassen und Mitteilen der Wirklichkeit vs.
freie' = adaptierende Methode, d.i. die ästhetische u. gedankliche Nähe zum Leser ('Schönheit') - es geht um die Wahrung des Stils; die Bewahrung der ästhetischen Werte, d.h. das Übertragen der gleichen Wirkung = Prinzip der realistischen Übersetzung
- Die Ambivalenz des übersetzten Werks: die Übersetzung als hybrides Gebilde: Verschmelzung der Struktur des Originals (Bedeutungsgehalt und formale Kontur) mit der an das Sprachsystem des Übersetzers gebundene Struktur: Spannungsverhältnis tritt besonders klar hervor bei der zeitlichen Entfremdung zwischen Original und Übersetzung, der kulturell bedingten Entfremdung
"Beim Übersetzen ist wohl mehr als anderswo eine einheitliche Konzeption vonnöten, d.i. eine feste Anschauung von dem Werk und eine einheitliche Grundeinstellung ihm gegenüber." (Levy, S. 74.)
- Beziehung der Übersetzung zur Originalliteratur der Zielsprache: kulturelle Funktion; richtet sich nach den Kenntnissen der Leser der Übersetzung über die fremde Kultur; nach dem Vorhandensein kanonisierter (klassischer) Standardübersetzungen; nach der Übersetzertradition
- Die sprachschöpferische Tätigkeit: beschränkt sich auf den sprl. Bereich; Übertragung stilistischer Werte und Einführung von Neologismen in die Nationalliteratus als Befruchtung
- Die Treue der Wiedergabe: "Dialektik des Allgemeinen und des Einzelnen":
"Der allgemeinen Bedeutung (der begrifflichen und emotionalen) und der allgemeinen Form [...] steht der Bereich des Besonderen gegenüber: das sprachliche Material und die historisch, d.i. national und zeitlich bedingten Inhalte und Formen. Die wortgetreue Ü. [...] lässt [...] nur den Austausch des Sprachmaterials zu und bewahrt die übrigen Elemente, die auf das Einzelne hinzielen, als Bestandteil des Kolorits, häufig auf Kosten der Verständlichkeit[...]. Die freie Ü. betont das Allgemeine. Sie bewahrt den allgemeinen Inhalt und die Form und führt zu Substitution in den ganzen Bereich des Einzelnen ein: an die Stelle der nationalen und zeitlichen Besonderheit des Originals setzt sie die nationale und zeitliche Besonderheit des Gebiets, in das sie die Übersetzung verlegt, und führt deshalb im extremen Fall zu einer Lokalisierung und Aktualisierung." (Levy, S. 86.)
"Im Kunstmittel sind beide Momente, das allgemeine und das besondere, untrennbar miteinander verflochten. Je enger die Verbindung ist, desto schwieriger ist das Übersetzungsprobelem, [...]. Von einer Übersetzung im wahren Sinn des Wortes kann man nur im Bereich des Allgemeinen, d.h. bei der rein begrifflichen Bedeutung [...] sprechen und bei einer Form, bei der nicht unmittelbar eine Abhängigkeit von der Sprache und vom historischen Kontext zu erkennen ist.
[...; eindeutiges Äquivalent] Auf dem Gebiet des Besonderen, d.h. bei einer engen Abhängigkeit vom Sprachmaterial und vom zeitlichen oder nationalen Milieu, kommt es entweder zu einer Substitution oder zu einer Transkription. [...] Die Substitution, d.h. die Anwendung einer Analogie in der eigenen Sprache, ist dort angebracht, wo gleichzeitig die allgemeine Bedeutung stark zur Geltung kommt, die Transkription oder Umschrift ist dort notwendig, wo die Bedeutung, also der allgemeine Faktor ganz ausfällt." (Levy, S. 88.) "Das erstrebenswerte Ideal verbindet die Verständlichkeit in der Aussage mit einer anschau lichen Vorstellung vom fremden Milieu." (Levy, S. 91.)
Bewahrung des national und historisch Spezifischen ?
Das Verhältnis vom Ganzen zum Teil?
"Aus den Antithesen allgemein - einzeln, das Ganze - der Teil und Inhalt - Form müsste der Übersetzer das Allgemeine, das Ganze und den Inhalt in den Vordergrund stellen, aber auch den zweiten Aspekt nicht unterdrücken, besonders dann nicht, wenn er in seine Antithese übergeht: die Form muss dort gewahrt werden, wo sie Trägerin des semantischen (stilistischen, expressiven) Wertes ist, die Einmaligkeit dort, wo sie Bestandteil eines allgemeineren Wertes, d.h. des nationalen und zeitlich Besonderen ist. Entscheidend ist hier immer die Funktion des Sprachmittels im Stilbereich der höheren Ordnung." (Levy, S. 108.)

Literatur.

Levy, Jiri, Die literarische Übersetzung. Theorie einer Kunstgattung, (Frankfurt/ Main, 1969).
"Statut des Verbandes der Sowjetschriftsteller", in: H.-J. Schmitt und G. Schramm (Hgs.), Sozialistische Realismuskonzeptionen. Dokumente zum 1. Allunionskongress der Sowjetschriftsteller, (Frankfurt/ Main 1974), S. 389-395.

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